Die Abteilungen der Volksschauspiele

Ballett
Unter der Leitung von Ballettmeister Andrei Golescu und Julia Krug unterhalten die Volksschauspiele Ötigheim eine eigene Ballettschule mit rund 60 Tänzerinnen und Tänzern. Die jüngsten beginnen in der Nachwuchstanzgruppe der sechs- bis neunjährigen. Je nach Ausbildungsstand sind die Tänzerinnen und Tänzer in den Theater- und Musicalproduktionen oder im Festlichen Konzert auf Deutschlands größter Freilichtbühne zu sehen.

Chöre
Bereits im Gründerjahr spielte der Chorgesang eine wichtige Rolle und wurde damit zu einem typischen Element des Ötigheimer Spielstils. Ob in Schillers „Wilhelm Tell“, im Musical „My Fair Lady“ oder in den Festlichen Konzerten - der Chorgesang ist ein wichtiger Bestandteil der Inszenierungen auf Deutschlands größter Freilichtbühne. Mit dem Großen Chor (ca. 140 Mitglieder) und dem Jungen Chor (ca. 50 Mitglieder) unter der Leitung von Matthias Hammerschmitt unterhalten die Volksschauspiele seit vielen Jahren gleich zwei Ensembles, die das ganze Jahr hindurch geschult und auf der großen Freilichtbühne eingesetzt werden können. Seit Theatersommer 2005 gibt es zusätzlich unter der Leitung von Maria Bagger einen Kinderchor, in dem Musikinteressierte zwischen fünf und zwölf Jahren in drei Gruppen stimmlich ausgebildet werden. Erste Auftritte absolvierte der Kinderchor u.a. in „Der Zauberer von Oz“ und „Schneewittchen“.

Rollenträger
Das Herzstück ein jeder Inszenierung sind die Rollenträger oder Gesangssolisten, und damit diejenigen Personen, die eine für die Handlung des Stückes wichtigen Charakter verkörpern. Pro Inszenierung werden bis zu 80 Rollenträger benötigt. Bei den Volksschauspielen wird diese Aufgabe nahezu ausschließlich von Laienspielern übernommen. Für einige wenige, exponierte Aufgaben werden professionelle Gäste hinzuengagiert. Grundvoraussetzung ist neben schauspielerischem Talent auch die Bereitschaft, einen großen Teil der Freizeit dem Rollenstudium und den Proben zu opfern. Um die übertragene Aufgabe bestmöglich zu meistern, bieten die Volksschauspiele ihren talentierten Laienschauspielern regelmäßig Sprach- und Gesangsschulungen an. 

Statisterie/Volk
Große Massenszenen bestimmen das Bild bei den Aufführungen auf Deutschlands größter Freilichtbühne. Über 500 Personen vom Kleinkind bis zum Senior sind dabei auf der Bühne im Volk aktiv und sorgen für ein glaubwürdiges und lebendiges Hintergrundbild. Einige der Mitwirkenden übernehmen zudem kleinere solistische Aufgaben als Statist. Im Gegensatz zu den Rollenträgern zeichnen sich diese dadurch aus, dass die Ihnen zugeteilte Rolle durch Aktion und nicht durch Text bestimmt wird.

Orchester
Die Inszenierungen auf der Ötigheimer Freilichtbühne waren von Beginn an durch musikalische Einlagen geprägt. Schon für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist die Existenz eines Bühnenorchesters überliefert. Als im Jahre 1970 die Livemusik durch Bühnenmusik vom Tonband ersetzt wurde, gründeten einige Musiker das Kammerorchester Ötigheim. Bereits zwölf Jahre darauf betrat dieses Orchester das Proszenium, zur Ausrichtung eines Jubiläumskonzertes. Auf Grund des großen Erfolges wurden diese Festlichen Konzerte zu einer alljährlichen Einrichtung. Verstärkt wurde die Kooperation zwischen Kammerorchester und Volksschauspielverein vor allem auch in Hinblick auf die großen musikalischen Produktionen wie Mozarts „Zauberflöte“, Webbers „Jesus Christ Superstar“, Beethovens „Fidelio“ und „Anatevka“. Am 31. Dezember 2007 beendete das Kammerorchester Ötigheim seinen Vereinsstatus und kehrte als „Orchester der Volksschauspiele Ötigheim“ unter die Fittiche des Volksschauspielvereins zurück. Die musikalische Leitung des Orchesters liegt in den Händen von Matthias Hammerschmitt. Der Streicher-Nachwuchs wird von qualifizierten Pädagogen ausgebildet und in einem Jugendorchester für größere Aufgaben vorbereitet.

Tiere/Reiterei
Tiere auf der Bühne sind beliebter Bestandteil der Aufführungen auf Deutschlands größter Freilichtbühne. Seien es Kühe, Ziegen und Schafe beim Almabtrieb in „Wilhelm Tell“, Jagdhunde und Falken bei den „Drei Musketieren“ oder gar Kamele bei „Josef von Ägypten“ – wenn ein Bühnenwerk den Einsatz von Tieren erlaubt, sind sie in Ötigheim auch zu sehen. Rasant wird es immer dann, wenn die Reiterei der Volksschauspiele – teilweise auch berittene Rollenträger – auf die Bühne galoppiert. Bis zu zwanzig Pferde wirken– beritten oder vor der Kutsche – pro Vorstellung mit. Besonderes Highlight: Das Wagenrennen in „Ben Hur“ das in Ötigheim über 30 Mal quasi „lebensecht“ über die Bühne ging.



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